Forststeig Fakten

Wiesen, Wälder und Felsen in der sächsischen Schweiz

Forststeig – was ist denn das? Und wer will denn da auf einem Steig durch den Forst spazieren? So ein bisschen Berührungsängste hatten wir ja schon, mit diesem Wanderweg-Projekt für Trekking-Fans im Sächsischen Wald. Aber wir wollten gerne unseren Kindern die Sächsische Schweiz zeigen, die skurrilen Felsen des Elbsandsteingebirges, die sich so schön beklettern lassen. Und wir hatten eine Woche Zeit. Und das weite Wandern haben wir schließlich schon in Skandinavien lieben gelernt!

Alte Dampflock neben neuem ICE im Leipziger Hauptbahnhof beim Umsteigen vom Nachtzug

Erste Recherchen auf der offiziellen Seite von Sachsenforst ergeben, dass wir es mit einem gut 100 Kilometer langen Wanderweg (dort „Trekkingroute“ genannt) zu tun haben, der ziemlich im Zickzack einen groben Kreis von Schöna nach Bad Schandau beschreibt. Erfreulich und einmalig für Deutschland sind dabei die einfachen Zeltplätze (merkwürdigerweise „Biwakplätze“ genannt), die alle paar Kilometer (bis zu 20, aber fast beliebig abkürzbar) im Wald angelegt wurden, und die nicht vorreserviert werden müssen (man soll aber ein sogenanntes „Trekking-Ticket“ mitbringen). Ganz schön viel Trekking und Biwak – das muss doch gut sein! Also hin da, wir fahren per Nachtzug (Bahn und Urlaub gehören zusammen!) nach Bad Schandau.

Los gehts, wir wollen wandern!

Senkrechte gelbe Striche markieren den Forststeig

Wir starten gleich dort und gehen also „verkehrt herum“ – einfach, da man nach Bad Schandau so schön direkt mit dem Zug kommt. So laufen wir den Wander-Kreis gegen den Uhrzeigersinn, was eine schöne Variante ohne ersichtliche Nachteile ist. Der Weg ist mit senkrechten gelben Strichen gut markiert, in beide Richtungen. Und – besonderer Service – Abzweigungen sind mit einem extra kleinen gelben Strich oben drüber auf der entsprechenden Seite markiert, sehr komfortabel!

Sandsteinfelsen im Elbsandsteingebirge, die von unseren Kindern beklettert werden

Auch sehr schön: schon bald tauchen die ersten wundervollen Sandsteinfelsen auf, die von Kindern und Eltern bekraxelt werden wollen. Wir haben extra 30 Meter Seil und ein paar rudimentäre Sicherungsgeräte eingepackt. Brauchen wir aber die ganze Wanderwoche über nicht, da schon in sicherer Entfernung zum Boden so viel schöner Fels zu entdecken und erklettern ist! Da stört es gar nicht, dass wir mal nicht auf der bekannten Nationalpark-Seite der Sächsischen Schweiz unterwegs sind.

Touristen wie wir …

Auf dem Papststein gibt es Essen und Trinken und allgemein viel Betrieb

Wobei auf der Bad Schandau Seite der Trekkingtour tatsächlich auch viele bekannte Felsen warten, und entsprechend viele Wanderer auf Tagestour. Immerhin können wir die Infrastruktur nutzen, um z.B. hier am Gipfel des Papststeins auf der Toilette unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Das geht so bequem sonst selten, richtige Wasserhähne haben wir ansonsten nur beim Nikolsdorf Biwak, auf dem Friedhof in Rosenthal und in Tschechien vorgefunden.

Mit Zelt auf dem Trekking Biwakplatz am Quirl

Unser Tagesziel ist der „Biwakplatz“ am Quirl, wo wir heute als erste unser Zelt aufschlagen. Bis zum Abend ist der Platz voll, 5-6 Zelte haben hier Platz. Wobei unser 4-Personen-Zelt nur knapp auf den vorgesehenen Platz passt, Sachsenforst empfiehlt 2-Personen-Zelte. Das wäre natürlich auch mal kuschelig, für unsere fünfköpfige Familie :). Interessant auch, was zu tun ist, wenn alle Plätze voll sind. Offenbar zeigen sich die Ranger da recht kulant – hier allerdings müsste man dann wohl auf den nahen Forstweg bauen …

Nanu, ein Trekking-Wasserhahn?

auf dem Weg zum Nikolsdorf Biwak

Nachdem wir den Quirl (auch so ein Berg, pardon: Massiv!), der dem Zeltplatz seinen Namen leiht, schon am Abend ausgiebig erkundet hatten, machen wir uns am nächsten Morgen gleich auf zum Biwakplatz mit dem berühmten Wasserhahn. Die Wiese zwischen Quirl und Biwak ist gemäht, so können wir hier bequem ein wenig abkürzen. Ganz allgemein lädt der oft Mäander-Reiche Wanderweg gerne zu eigenen Varianten ein, was dem Wanderkarten-geneigten Trekking-Freund ganz gut gefällt.

Am Biwakplatz wird eine bewohnte Ameisenkolonie ausgestellt

Der besagte Biwakplatz selbst ist Teil des Walderlebniszentrums Nikolsdorf und liegt direkt an einer Autostraße. So sind wir recht zufrieden, dass wir hier nur eine Frühstückspause geplant haben. Wobei die Kinder danach doch überraschend gar nicht mehr weg wollen: Die hier aufgebaute Schau-Ameisenkolonie hat es ihnen angetan! Sehr viel mehr noch als der Spielplatz, der auch vor Ort wäre.

Kraxeln für Kinder im Elbsandsteingebirge

Wunderbare Sandsteinfelsen zum Bekraxeln in der sächsischen Schweiz bei Nikolsdorf

Ein paar Meter weiter östlich wartet ein noch viel besserer Spielplatz auf uns – hier gibt es die perfekten Sandstein-Kraxel-Felsen. Und das heute Morgen vollkommen menschenleer. Da müssen wir gleich noch eine lange Pause machen. Was für ein Zauber-Wald!

Das Labyrinth - ein berühmtes Ausflugsziel im Elbsandsteingebirge.

Nach einiger Zeit machen wir uns auf nach Süden, wieder nur ein paar Meter weiter, zum sogenannten Labyrinth von Langenhennersdorf. Hier warten zahlreiche große Steine mit labyrinthischen Gängen dazwischen auf Erkundung. Und – welch ein Kontrast – hier verweilen auch zahlreiche andere Ausflügler. So forschen wir eine Weile zwischen den Touristenströmen vor uns hin, einmal um alle vorgesehenen Ecken, und ziehen uns dann schnell wieder in abgelegenere Winkel zurück.

Forststeig-Varianten

Auf abenteuerlichem Weg über die Biela

In diesem Fall machen wir uns mal ein wenig selbständig vom vorgesehenen Forststeig-Weg. Der geht nämlich zunächst ein gutes Stück zurück nach Norden, worauf wir keine Lust haben. Zum Glück gibt es auch einen netten direkteren Weg, am Friedhof des Dorfs Bielatal vorbei. Dafür müssen wir westlich vom Friedhof (in das Dorf rein wollen wir natürlich nicht, zu viele Menschen 😉 den namensgebenden Bach überqueren. Nach abenteuerlicher Durchquerung über einen Baumstamm entdecken wir wenige Meter weiter südlich ein hübsches kleines Brücklein …

Pause an einer Picknickbank mit Aussicht auf Bielatal

Aus sicherer Entfernung machen wir auf der anderen Seite des Tals sogleich eine kleine Pause, mit Picknickbank und Aussicht auf das Bielatal-Dorf. Der Forststeig macht von hier aus einen weiten Bogen westlich um das Dorf herum. Das ist – aus unserer Sicht – eindeutig eine Stärke des Forststeigs: er meidet die Zivilisation überall, wo das sinnvoll machbar ist (außer in Tschechien, dazu später mehr). Sehr sympathisch!

Gut getarnt zum Biwakplatz

Ein Kind beim Wandern, getarnt mit Farn

Den Weiterweg beschreitet unser jüngstes Kind trotzdem lieber gut getarnt. Könnte eventuell auch mit dem Schutz vor Langeweile zu tun haben? Zuverlässig wie immer sind unsere Kinder meist gerne dabei und begeistert, wenn die Wege klein und spannend und verschlungen sind. Ab etwa Feldweg-Größe droht dagegen Nörgeln – aufgepasst, Eltern! Zum Glück ist der Forststeig bei der Wegauswahl ein allgemein sehr hilfreicher Begleiter.

Zelte am idyllischen Spitzstein Biwak des Forststeigs in der sächsischen Schweiz

Unser nächster Übernachtungsplatz wird das Spitzstein-Biwak. Wir finden es hier sehr idyllisch, eine schöne Waldlichtung mit kleiner Hütte und Zeltmöglichkeiten drumherum. Spannenderweise erfahren wir hier, dass es in zwei Tagen (entgegen der zuvor äußerst optimistischen Wettervorhersage) regnen soll. Wir werden wohl irgendwo unseren Regenschutz komplettieren müssen, bis dahin …

Von Katzen und anderen Tierchen

Kinder am Katzfels

Aber zunächst ist das Wetter noch phantastisch, wie auch die (heute auch total einsame) Aussicht am Katzfels. Die Geländer-Infrastruktur ist vielleicht etwas überbordend, aber so muss sich zumindest niemand Sorgen machen. Halbwegs berggewohnte (Hügel) Kinder können hier am Forststeig fast alles wirklich frei erkunden.

Hübsche gelbe Pflanze am Forststeig in der sächsischen Schweiz

Und auch für Erwachsene gibt es nicht nur Aussicht (davon reichlich). Die Natur bietet hier (neben auch einigem unansehnlichem Wirtschaftswald) viel Schönheit am Wegesrand. Man merkt deutlich, dass diesem Teil der Sächsischen Schweiz mitunter die ganz großen Touristenströme erspart bleiben. Und Forststeig-Wanderer gibt es zwar einige, aber (noch?) keineswegs übermäßig viele (ein Ranger, den wir unterwegs getroffen hatten, hatte sich jedenfalls gerne mehr Trekking-Wanderer für „seinen“ Steig gewünscht).

Ziegen und Kinder auf dem Berg

Statt anderer Wanderer treffen wir am Katzfels dafür unvermittelt auf eine Gruppe ziemlich zutraulicher Ziegen. Ob die sich vom „Futter“ der Wanderer ernähren? Unsere Kinder jedenfalls sind begeistert. Und die Eltern auch: schon wieder ein kostenloses Highlight :).

Katzfels mit langer Eisentreppe zum Gipfel

Noch ein Highlight folgt gleich wenige Meter weiter: die doch ziemlich luftige Leiter auf den Gipfel des Katzfels. Und oben wartet sogar das namensgebende Tierchen (gleich zweimal). Fast nicht zu erwähnen: 360 Grad großartige Aussicht gibt es auch. Ist ja schließlich mal ein richtiger Gipfel (im Gegensatz zu einem „Massiv“, was im Elbsandsteingebirge streng unterschieden wird, da nur an ersteren das Klettern erlaubt ist).

Eigene Wege – wir wollen Essen!

Ein schöner Wiesenweg führt nach Rosenthal zum sogenannten Einkaufszentrum

Als nächstes nehmen wir einen massiven Eingriff in die vorgeschlagene Wegführung vor: wir schlängeln uns über einige schmale Pfade und einen größeren Kahlschlag zu einem romantischen Wiesenweg. Der soll uns nach Rosenthal führen, wo es ein sogenanntes Einkaufszentrum gibt. Die Möglichkeit, auf halber Strecke Essen nachzukaufen und damit massiv an Gewicht im Rucksack zu sparen, können wir uns einfach nicht entgehen lassen.

Einkaufszentrum Rosenthal - zumindest äußerlich noch mit echtem DDR Flair

Außerdem ist dieses Einkaufszentrum auch wirklich sehenswert. Als einziger Mini-Supermarkt (das entspricht eher der Realität) weit und breit ist es gut besucht. Und es verströmt noch richtigen „von früher“ DDR Charme. Zumindest von außen – innen drinnen gibt es (fast) alles, was das Herz begehrt. Wir nutzen die Chance für ein ausgiebiges Festmahl direkt vor der Supermarkttüre!

Wir erforschen das Bielatal

Am Wanderweg durch das malerische Bielatal

Vom Supermarkt aus biegen wir ab ins Bielatal (vorbei am schon erwähnten Wasserhahn auf dem Friedhof). Durch das Bielatal gehen wir verkehrtherum, bzw. andersherum als den Rest der Strecke, also eigentlich ausnahmsweise „richtig“ herum. So lassen wir das Stück Weg östlich vom Bielatal weg, was uns gemütliche Zeitreserven und eine etwas weniger gewollte Wegführung beschert. Auch durch das Bielatal lassen wir eine kleine Eskapade weg und besuchen lieber den Rosenthaler Turm und den Großvaterstein, als die andere Talseite. Auch sehr schön so, und besonders einsam.

Kinder spielen am Zehrborn Biwak im Bielatal

Das nächste Biwak auf unserem (immer noch andersherum) Weg nach Süden heißt Zehrborn-Biwak. Besonders hübsch ist es hier gerade nicht, da etwas unmotiviert mitten im Wald und außerdem aktuell (2023) zur Hälfte Baustelle. Die Kinder stört das natürlich nicht, begeistert spielen sie stundenlang im Wald und an einem nahegelegenen Bach. Letzterer führt durch eine größere Lichtung, an der es dann auch für uns Erwachsene nett ist: Aussicht … auf das Bielatal.

Romantischer Schneeberg-Regen

Kaulquappen in einer Pfütze werden von Kindern bewundert.

Der versprochene Regen wartet dann am nächsten Morgen auf uns. Zunächst mal ist es so sehr gemütlich im Zelt. Und dann ist es draußen so schön, dass wir spontan beschließen, heute doch nicht nur bis nebenan zum Campingplatz Ostrov zu laufen sondern lieber über den tschechischen Schneeberg zur nächsten „Biwak“-Hütte. Zum Glück haben wir uns ja im Supermarkt gut mit Ersatz-Regen-„Kleidung“ ausgestattet (wir hatten tatsächlich ganz naiv nicht mit Regen gerechnet! Ganz Rest-Deutschland hatte auch keinen…). Und die Kaulquappen freut es auch. Und die Kinder auch.

Beschauliche Alternativ-Route auf den hohen Schneeberg durch urige Birkenwäldchen

Auf den hohen Schneeberg führt nach offizieller Forststeig-Lesart eine langweilige Straße. Offenbar wünschen die Tschechischen Forststeig-Betreiber eher das Vorbeiwandern an möglichst viel touristischer Infrastruktur und nicht so sehr die Einsamkeit für ihre Wanderer. Das ist ja nicht so recht was für uns. Zum Glück offenbart die Wanderkarte etwas westlich des markierten Wegs einen sanften Gratrücken (Nordost) mit einer romantischen Pfadspur mitten durch urige Birkenwälder. Hier finden wir es ganz wunderbar!

Wild-Romantisch am Gipfel des Hohen Schneebergs im Regen, mit windzerzausten Bäumen

Der Gipfel des hohen Schneebergs ist aus unserer Sicht nicht sehr erwähnenswert. Viel Tourismus (zum Glück regnet es heute, so ist es gar nicht soo voll), ein Restaurant, ein Turm, breite Wege. Nach einer kleinen Pause am höchsten Punkt (neben besagtem Turm) machen wir uns lieber schnell wieder auf den Rückweg. Der – obwohl markiert und in Tschechien – zumindest im ersten Teil den Berg hinab überraschend erfreulich schön ist. Und auf dem Gipfel gibt es die einzigen beiden Mülleimer, die wir auf dem Forststeig entdeckt haben (das Einkaufszentrum hat keinen!). Gut fürs Rucksackgewicht.

Hüttenwandern

Praktischer Wasserbeutel, der mit unserem Wasserfilter zusammenpasst.

Auch am Regentag muss für Trinkwasser gesorgt werden. Sehr viele Quellen mit sicher sauberem Wasser gibt es am Forststeig nicht (OK, einige schon, aber oft mit einem guten Stück Umweg verbunden). Und über die Zahl der Wasserhähne hatte ich schon berichtet. Zum Glück gibt es heute kleine bequeme Wasserfilter, die zusammen mit einem großen passenden Beutel / flexibler Wasserflasche (der Filter passt da direkt drauf – genial praktisch!) das Wasser-Management an den recht zahlreichen Bächen zur Freude machen.

Willys Ruh, eine große Wander-Hütte am Forststeig

Nächster Übernachtungsplatz: die Hütte Willys Ruh am sogenannten Hühnerberg (keine gesichtet..?). Wir rechnen jetzt mit mehr Regen, also machen wir uns in der Hütte breit. Neben einem Schlafboden und einem großen Schlafraum ist hier ein kleines Räumchen mit zwei Stockbetten drin abgeteilt. Sehr nett für uns – zumal wir ja auch noch mit dem oder der einen oder anderen weiteren WandererIn rechnen. Aber nein, weder Regen noch Wanderer kommen heute noch welche vorbei. Dafür der Ranger, der uns noch mehr Wasser vorbeibringt, und einige Geschichten dazu.

Nanu, die Feuerwehr!

Die freiwillige Feuerwehr kommt uns an unserer Forststeig-Hütte besuchen!

Und, spät am Abend bekommen wir noch einen Besuch von der freiwilligen Feuerwehr Rosenthal. An deren Feuerwehrhaus sind wir schon beim Supermarkt-Besuch vorbeigekommen. Dass sie uns dann gleich noch einen Gegenbesuch abstatten würden, hatten wir da irgendwie noch nicht erwartet. Aber das macht so einen Abend am Kaminfeuer ja auch gleich viel interessanter, wenn plötzlich ein Feuerwehrmann in voller Montur in der Hütte steht, der fragt: „hatten Sie die Feuerwehr gerufen??“. Aber: war nur ein Witz, wir erfahren im netten Gespräch, dass es sich tatsächlich nur um eine abendliche Erkundungsfahrt gehandelt hatte!

Eine gute Wanderkarte gehört beim Trekking trotz Handy immer noch dazu!

Nachdem wir von der Feuerwehr erfahren haben, wo überall um uns herum Landeplätze für Rettungshubschrauber verfügbar sind (u.a. gleich am Waldweg 100 Meter neben der Hütte – wir sind ja sehr beruhigt ..!) erkunden wir auf unserer Karte noch den eigenen Weiterweg. Beim Wandern ist das natürlich ein allabendliches notwendiges Ritual. Selbst, wenn eigentlich schon klar ist, wo es lang geht. So eine Karte ist einfach was schönes. Und diese Karte der sächsischen Schweiz ist tatsächlich besonders schön. Der Forststeig ist drauf zu finden, zahlreiche Quellen, und auch sonst fast alle spannenden Details, die uns interessieren. Sehr fein!

Biwakhütten mit Phantasie

Taubenteich Biwak Rätsel Biwakschachtel

Den nächsten Biwakplatz, das Taubenteich-Biwak, passieren wir nur. Aber anschauen müssen wir es natürlich. Immerhin ist dies aktuell der einzige Biwak-Zeltplatz am Forststeig mit offiziell erlaubter Grillstelle, und sogar offiziellem Brennholz dazu. Und um die Grillstelle herum gibt es nicht nur den namensgebenden Taubenteich (nicht baden, nicht angeln..), sondern auch mehr Platz für Zelte als irgendwo sonst am Steig. Und es gibt hier die wohl lustigste Biwak-Hütte am ganzen Forststeig.

So funktioniert also diese Hütte

Die Kinder haben ziemlich viel Spaß daran, die Hydraulik zu erforschen (und nur mäßigen Erfolg damit, sich nicht hier und dort einzuklemmen etc.). Und verstecken kann man sich offenbar auch gut, in dem Objekt. Und es gibt einen ausziehbaren Tisch und ausziehbare Bänke. Ein erstaunliches Design-Objekt für bis zu sechs Personen. Das Einzige, was uns jedes Mal wieder von den Biwak-Hütten abhält und ins Zelt treibt, sind die Stechmücken. Die hält so ein Zelt einfach besser fern als eine fensterlochbestückte Mini-Hütte.

Zschirnstein Biwak Hütte

Keine Regel ohne Ausnahme: an unserem nächsten Schlafplatz, dem Zschirnstein-Biwak, steht eine fast schon traditionell gebaute kleine Hütte. Und die hat sogar immerhin Schiebefenster. Allerdings nicht zum durchschauen. Also entweder mückenfreie Dunkelheit oder Fensterloch. Aber immerhin. Uns gefällts trotzdem wieder besser im Zelt.

Am und um den Zschirnstein

Eine Höhle am Zschirnstein, sogar richtiggehend eine Durchgangshöhle: Windloch ...

Wobei wir da noch lange nicht angekommen sind. Der große Zschirnstein (direkt „über“ dem Biwak) ist nämlich sehr die Erkundung wert. Zuerst erforschen wir eine Höhle am Wegesrand (naja, ein wenig darüber) mit dem bezeichnenden Namen „Windloch“. Neben Wind findet sich im Windloch – wie kann es anders sein heutzutage? – unversehens auch noch ein Geocache. So wissen wir zumindest, dass wir offenbar richtig sind.

Zschirnstein - gute Aussicht

Der Weg zwischen dem Loch und dem großen Zschirnstein-Turm ist weitenteils ein wenig unspektakulär (mit einer winzigen schwindelfrei-Passage mittendrin). Dafür ist die Aussicht am Turm wieder wunderbar. Und auch die Kinder finden hier viele Kraxel- und Spielmöglichkeiten. Und von Ferne können wir nochmal den hohen Schneeberg auf der Tschechischen Seite bestaunen. Sieht richtig friedlich aus, hier, alles, von unserer hohen Warte. Und – da antizyklisch abendlich – auch zum Glück richtig schön fast für uns allein.

Boofen in der Sächsischen Schweiz

Auf dem Rückweg nach unten besuchen wir noch ein paar großzügige Boofen. Hier könnte man natürlich auch sehr schön (erlaubt, im Gegensatz zum Nationnalpark vor Mitte Juni) übernachten. Das müssen wir dann wohl ein andermal mal wieder tun! Und auch ohne Übernachten ist das hier anscheinend ein wunderbarer Sandkasten-Spielplatz!

Endspurt und süßer Umweg

alter DDR Grenzstein an der tschechisch-deutschen Grenze

Letzter Wandertag: wir spazieren zurück zur Zivilisation. Aber zunächst machen wir (versehentlich) einen Abstecher zum kleinen Wasserfall „Klopotský vodopád“ an der tschechischen Grenze. Auf dem Weg dorthin finden wir überraschend die DDR wieder. Wir schleichen uns lieber vorsichtig vorbei!

Kraxel Einlage in der Nähe von Schöna

Der Weg zurück zum letzten Stück Forststeig führt uns etwas abenteuerlich entlang eines ehemaligen Steinbruchs. Zum Steinbruch führt in einigen Serpentinen ein alter Weg nach oben. Dort geht es allerdings dann nur noch mit Kletterei über die letzten Felsen zum Wanderweg. So laufen und kraxeln wir zunächst mal ein Stück die Felsen entlang Richtung Norden.

Reife Blaubeeren!

Unversehens geraten wir dabei in das erste Feld mit reifen Blaubeeren des ganzen Urlaubs. Was für ein Glück, nachdem wir nun tagelang leicht unzufrieden an jeder Menge noch total unreifer Blaubeeren vorbeigelaufen sind. Warum es wohl ausgerechnet hier in absoluter Einsamkeit schon Heidelbeeren gibt? Egal, wir wollen sie alle essen!

Tschüss Forststeig – schön war’s!

Anfang des Forststeigs bei Schöna

Nur wenig später sind wir zurück am Wanderweg. Und nach den letzten Kurven kommt auch schon das große Schild in Sicht, das den Start – für uns das Ende – des Forststeigs verkündet. Gleich danach folgt der Bahnhof Schöna, mit Straße, wenigen Häusern, und vielen Tourismus-Buden am anderen (tschechischen) Elbufer.

Bahnhof Schöna

Wir fahren bequem per S-Bahn zurück nach Dresden, voller schöner Eindrücke im Kopf. Natürlich ist es auf dem Forststeig recht waldig und natürlich ist es nicht gerade immer einsam wie in Norwegen (wo es auch nicht immer einsam ist ;). Aber für deutsche Verhältnisse bietet der Forststeig doch ein schönes und ziemlich exklusives Trekking-Mikro-Abenteuer. Und unsere Kinder wissen jetzt, warum Elbsandstein toll ist!

 
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2 Kommentare

Ursula Vogler · 1. Juli 2023 um 19:34

schöne Geschichte, macht Spaß zu lesen!

Frieder · 6. Juli 2023 um 11:18

Schön, eindrucksvoll! Schade, dass ich nicht in einer Outdoor-Familie aufgewachsen bin… Danke für eure Einblicke!

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