Kinder im Zelt: kuschelig warm durch die Nacht

Kinder im Zelt: kuschelig warm durch die Nacht

Wie halte ich die kleinen Leute warm? Wir gehen gerne auf ausgedehnte Wandertouren in Skandinavien. Bestimmt überrascht es die wenigsten, dass es dann dort auch im Sommer nachts gelegentlich recht kühl werden kann. Besonders beim Zelten. Aber auch im Frühling und Herbst bei uns vor der Haustüre auf dem Campingplatz kommt man nachts schnell auf Temperaturen um null Grad. Und natürlich wollten wir am Liebsten auch schon mit den ganz kleinen Babys raus. Was tun? Einfach ein Schlafsack, wie für die Großen? Welcher Kälteschutz besteht am besten im Test?

Schlafsäcke und mehr für Kleinkinder und Babys (etwa 0-2 Jahre)

Auch für die Kleinsten gibt es ja theoretisch schon jede Menge passende Kinderschlafsäcke. Für drinnen gar kein Problem und allseitige Empfehlung: ein guter Baumwollschlafsack. Der ist anzuziehen wie eine Weste, verrutscht nicht und ermöglicht sorgenfreie Verwendung schon für die ganz Kleinen. Aber leider hält er nicht warm, wenn man draußen ist. Und leider wird Baumwolle im Outdoor-Einsatz von Tag zu Tag zunächst ein bisschen klamm und dann nasser und nasser. Ok, gibts hier und da auch in Kunstfaser. Aber viel Platz im Rucksack braucht so ein Babyschlafsack in jedem Fall, dafür, dass er bei niedrigen Temperaturen nicht ausreichend wärmt.

Baby-Outdoor-Schlafsack

Also, unser nächster Versuch, ein richtiger Outdoor-Schlafsack für die Kleinsten. Früher gabs den mal von Vaude, hat sich wohl nicht gelohnt, aber es gibt Alternativen (im Beispiel allerdings wieder zu viel Baumwolle drinnen). Aber leider sind wir auch damit (neben dem noch größeren Volumen) nicht glücklich geworden – es bringt den Eltern keinen Schlaf, wenn das Kind zwar warm ist, solange es im Schlafsack ist, aber man jede halbe Stunde (zu Recht) aus dem Schlaf aufschreckt, um zu kontrollieren, ob das Kind auch noch drin ist.

Kleinkind-Overall

Kleines Kind im Daunenoverall krabbelt über Felsen

Also sind wir für die Baby-Größen, wenn die Kinder noch nicht gelernt haben, wie man eine Nacht lang auch wirklich im Schlafsack bleibt, zu Ganzkörper-Overalls übergegangen. Die haben gleich mehrere unschlagbare Vorteile: Erstens, und am Wichtigsten: das Kind bleibt garantiert drinnen, einschließlich Kaputze! Zweitens, es gibt sie auch in warm und kompakt, am Besten (wenn es absehbar nicht zu nass wird, oder man Chancen auf Trocknung zwischendurch hat) mit Daunenfüllung. Und drittens: sie sind auch am Tag sehr hilfreich, wenn es mal nicht so warm ist. All dies kombiniert beispielsweise der günstige Schneeanzug von Columbia. Wahrscheinlich noch besser, aber etwas teurer (wir haben zwei davon), ist dieses Modell (im Sommer 2018 gerade im Ausverkauf). So etwas gibt es natürlich auch von anderen Marken, meist unter dem Stichwort „Daunen-Overall“, „Schneeanzug“ oder so. Allerdings ist bei der Auswahl darauf zu achten, dass einen die Produktsuche nicht austrickst. Beispielsweise findet die Amazon-Suche nach „Daunenanzug“ auch diesen Anzug hier, der ganz und gar nicht mit Daunen befüllt ist. Und bei Jako-o taucht unter „Daune“ unter anderem dies hier auf. Klingt gut, ist aber wahrscheinlich weniger warm, und bestimmt keine Daune.

Natürlich ist es ökologisch sinnvoll, bei der Daunenfüllung auf eine Öko-Zertifizierung zu achten, um mit dem Kauf keinen Gänsen ein Leid zu tun. Oder sich gleich für den Kauf eines gebrauchten Exemplars zu entscheiden. So jedenfalls klappt das seit einigen Jahren für uns, mit drei Babys/Kleinkindern. In vielen kühlen und auch kalten Zeltnächten waren die Daunenoveralls nun schon zuverlässig warme und kuschelige Hülle für unsere Kleinsten.

Schlafsäcke für Größere Kinder (ab etwa 3 Jahren)

Wenn die Kinder etwas größer werden, bei uns so etwa ab drei Jahren, dann kommen sie endlich auch mit einem „richtigen Schlafsack“ aus. Und gleichzeitig werden die Overalls unpraktischer, da man sie (nun endlich windelfrei) zum Toilettengang zumeist ganz aus- und nachher wieder anziehen muss. Und meistens soll es dabei ja besser schnell gehen. Also, ran an die richtigen Schlafsäcke.

Kunstfaser-Schlafsäcke

Das Angebot ist groß, sowohl sehr günstig wie auch vom renomierten Outdoor-Markenhersteller (Vaude, einer unserer Lieblingsausrüster) gibt es Kinderschlafsäcke ab einer gewissen Größe (meist etwas über ein Meter Körperlänge). Wir haben in den letzten Jahren schon einige dieser Schlafsäcke getestet. Allerdings sind auch diese Outdoor-Schlafsäcke für die gebotene Wärmeleistung recht schwer. Und da man mit Kind beim Trekking-Zelturlaub ja ohnehin schon jede Menge Gepäck hat (zum Beispiel ein kindertaugliches Zelt), haben wir uns weiter umgeschaut.

Daunenschlafsäcke

So sind wir letztendlich auch für die Kinder bei den Daunenschlafsäcken gelandet. Da wird das Angebot schon sehr viel überschaubarer. Zum Glück bietet Yeti mit einem wirklich hervorragenden Kinder-Daunenschlafsack hier die Rettung (den gibts auch in noch wärmer, zum doppelten Preis, für uns nicht nötig). Bei diesen finanziell etwas kostspieligeren Anschaffungen klingt es erfreulich, dass viele davon als „mitwachsende Schlafsäcke“ konzipiert sind (so auch die Modelle von Yeti), dass also meist für das größer werdene Kind eine Erweiterung am Fußende angezippt werden kann. Eigentlich gut, bringt aber eine Kältebrücke am entsprechenden Reisverschluss mit sich. Nun ja, gut genug, jedenfalls, für unseren Einsatzzweck. Und damit wohl für die meisten Familien, die mit ihren Kindern draußen unterwegs sind. Wir jedenfalls werden seither auch in Campingnächten nur noch vom üblichen Kindergeschrei geweckt :-).

Wer auch schon Erfahrungen mit kalten Zeltnächten gesammelt oder Fragen dazu hat – wir freuen uns über Kommentare! Als kleinen Trick haben wir beispielsweise hrausgefunden, dass trotz teilweise anderweitiger Empfehlungen auch helfen kann, im Schlafsack einfach zusätzlich noch eine warme Jacke anzuziehen. Wahrscheinlich gibt es noch viele andere gute Ideen zum Thema?

 
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