Aktualisiert am 16. November 2018 von Tobias

Technik und Material
Und wie geht das nun eigentlich, mit dem Klettern für kleine Kinder am Klettersteig? Grundausstattung ist natürlich eine gute Outdoor-Ausrüstung mit regen- und winddichter Bekleidung und stabilen Kinder-Wanderschuhen. Dazu kommt einige Kletter-Ausrüstung. Zuerst einmal brauchen alle Beteiligten Kletterhelme (keine Fahrradhelme, die haben oben Löcher!). Und Klettergurte (Ganzkörpergurte für die Kleinen). Klettersteigsets dagegen sind nichts für Kleinkinder. Einerseits ist die zuverlässige Bedienung nicht gewährleistet und andererseits dämpfen die allermeisten Klettersteigsets eventuelle Stürze ins Seil (des Klettersteigsets) für kleine Kinder nicht ausreichend. Diese sind schlicht zu leicht, so dass der Dämpfungsmechanismus gar nicht ausgelöst wird.
Die Erwachsenen dürfen sich natürlich ganz klassisch mit ihrem Klettersteigset sichern. Die Kinder können am besten an einem nicht ganz kurzen Seilstück (10-15 Meter, je nach Geschmack und Wegbeschaffenheit) nachgesichert werden. Gleitend beispielsweise, wenn die Kraxelei nicht allzu schwer ist. Oder auch mal durch Seileinholen nachgesichert an schwierigen Stellen. Wobei natürlich selbstverständlich ist, dass die kleine Seilschaft zu jedem Zeitpunkt irgendwo am Klettersteig gesichert sein muss (was ja normalerweise in Klettersteigen nicht schwer sein dürfte). Wer nicht ohnehin bereits ein passendes Seil (Halbseil genügt) und Sicherungsgerät besitzt, kann sich auch alles zusammen schon praktisch zusammengepackt zulegen.
Die richtige Tour

Natürlich sollten wir Eltern uns in den Bergen mit den Kindern ausschließlich in Gelände wagen, mit dem wir selbst souverän und mit viel Sicherheitsreserve zurechtkommen. Und das Gleiche gilt selbstverständlich auch für die Sicherungstechnik. Wer gleitendes Seil und Nachholen nicht souverän beherrscht, der muss das vorher ohne Kinder üben. Kinder sind nicht gut für erste Versuche und sonstige Unsicherheiten der Eltern! Dafür gibt es gute Kurse, zum Beispiel vom Alpenverein.
Und was ist zu tun, wenn zwar die Eltern bestens klarkommen, die Kinder aber nicht mehr mögen? Eine erprobte Möglichkeit ist, die Kleinen dann einfach im Tragerucksack unterzubringen. Natürlich mit Helm und Klettergurt. Und gesichert am kurzen Seilstück am elterlichen Gurt. Und somit vorzugsweise auch in einer richtigen Kraxe. Helm und Gurt harmonieren nicht gut mit Manduca und co.
Motivation

Klettersteig-Varianten

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2 Kommentare
Monika Hanker · 4. August 2021 um 18:49
Ich habe dazu eine Frage. Benötige ich bei der Wanderung über die gelbe Wand zur Brandnerschrofen/Tegelberg einen Klettergurt oder kann ich ein leichtere Variante über die gelbe Wand nehmen?
MfG
M.Hanker
Tobias · 4. August 2021 um 19:15
Hallo,
Auf den Tegelberg führen viele Wege. Der normale Wanderweg und der Weg über die Skipiste gehen ganz ohne Kletterausrüstung. Dann gibt es noch den Gelbe-Wand-Steig, der heute auch „Übungsklettersteig“ genannt wird und den (neueren) Tegelbergsteig. Ersterer ist je nach Erfahrung mit Klettergurt und Klettersteigset oder – für routinierte Berggeher und Kraxler – auch ohne weitere Ausrüstung begehbar. Für den Tegelbergsteig ist in jedem Fall eine komplette Klettersteigausrüstung empfehlenswert. Was für beide Touren gut ist: ein Steinschlaghelm, nicht nur wegen eventueller Gemsen über einem sondern besonders wegen der vielen anderen Begeher dieser Steige, die auch immer mal Steine lostreten können.
So oder so: viel Spaß am Tegelberg!
Schöne Grüße
Tobias Vogler