Schlucht-Romantik sieht irgendwie anders aus ...

Bei uns um die Ecke gibt es eine romantische Schlucht mit einem kleinen Bächlein drin. Genau die richtige Abkühlung für heißes Sommerwetter. Zumindest hatten wir die Schlucht romantisch in Erinnerung. Die Wirklichkeit beginnt erst einmal mit einem Holzfäller bei der Arbeit und jeder Menge unromantisch gefälltem Holz drumherum. Und mit der freundlichen Warnung, hier lieber nicht zu bleiben, es würden heute noch mehr Bäume gefällt. Da machen wir uns doch lieber schnell auf in unsere Schlucht!

Auf der Suche nach dem Wasser im Bach

Aber, was ist das? Die von Menschenhand zerteilten Baumreste machen bald den romantisch in die Schlucht gefallenen Exemplaren Platz. Soweit alles in Ordnung. Aber da fehlt doch noch was?! Eigentlich ist hier ein Bach! Wo ist der hin? So langsam wird uns klar, dass das Wort Dürresommer auch unsere lokale Landkarte verändert hat. Zumindest hier und heute ist der Bach, der zu dieser Schlucht gehört, ganz offensichtlich ausgetrocknet.

Kein Wasser, dafür ist hier jemand begraben?

Dafür sind andere Skurrilitäten zu sehen. Ein Grabstein im Bachbett zum Beispiel. Wer sich da wohl drunter gebettet hat? Für die Kinderfantasie bietet dieses schluchtige Bachbett an jeder Ecke Abenteuer!

Drei kleine Abenteurer-Forscher-Kinder auf Expedition im Bachbett

Und dank Wassermangel kann heute auch der kleinste kleine Wanderer nach Herzenslust forschen und seine Geländegängigkeit erproben. Was unser Kleinster zusammen mit den beiden Großen denn auch schon bald ausgelassen tut. Den Tragerucksack hätten wir getrost zu Hause lassen können. Es ist schon ein bisschen unglaublich, wie begeistert Kinder über für sie riesige Steine kraxeln und klettern, obwohl sie noch gar nicht so richtig stabil laufen können.

Kinder spielen am wilden Bach

Auf dem weiteren Weg findet wir sogar noch das Wasser! Für Abkühlung ist es etwas knapp, zum Staudamm bauen und „Flüsse“ umleiten reicht es allemal! Aber Abkühlung braucht es hier gar nicht, im dichten Wald am Nordhang unseres Haus-Hügels ist das Sommerwetter genau richtig. Es ist sehr viel angenehmer hier als draußen vor dem Wald. Nur Wanderschuhe für uns alle fünf anstatt Wasser-Sandalen wären vielleicht noch schlau gewesen.

Höhle am Wegesrand

Auch eine kleine Höhle finden wir. Es ist alles da, was man für einen richtigen Abenteuerspielplatz so braucht. Wobei diese Höhle hier nicht ganz die Proportionen aufweist, die Höhlen im Sommer so attraktiv machen, weil sie wie eine natürliche Klimaanlage funktionieren. Aber, wie gesagt, das ist zum Glück nicht unser Problem heute. Und zum erforschen ist dieses Loch hier allemal auch groß genug!

Kinder beim begeisterten Springkraut jäten

Apropos Abenteuerspielplatz: in dieser Hinsicht wird die Schlucht nach oben hin immer besser. Was sie an Wasser zu wünschen übrig lässt, macht sie in Sachen Bewuchs wieder wett. Und der hat offensichtlich in den letzten Jahren ganz schön zugenommen. Insbesondere das mittlerweile überall gesehene Springkraut macht den oberen Teil der Schlucht zu einem wahren Dschungel. Vielleicht nicht schön für die heimische Flora, für unsere Kinder dafür ganz fantastisch. Darf und kann man doch dieses Springkraut ganz nach Herzens Lust herausreißen, umknicken und durch die Gegend werfen. So entstehen labyrinthische Gänge durch das Grün!

Baumstamm-Balancieren mit Moosteppich

Zwischendrin wartet noch so mancher Balanceakt, der natürlich mit Bravour und Begeisterung gemeistert wird. Die Kinder sind alle drei motiviert und suchen sich am liebsten die extra schweren Wege aus. Und sogar noch ein bisschen mehr Wasser entdecken wir in dem nun wieder richtig fließenden Bach ganz oben in der Schlucht.

Zurück in der Zivilisation: Bauernhof und Kühe!

So vergehen Zeit und Weg wie im Flug. Im Nu sind wir schon oben, wo uns statt Wald und Wasser Wiese und Kühe erwarten. Da suchen wir uns ein nettes Plätzchen im Schatten für die verdiente Mittagspause!

Burgruine für Ritter-Kinder

Für unsere Abenteuerer kommt die nahegelegene Burgruine gerade richtig. Es ist zwar ziemlich wenig Burg übrig, aber für die Entdecker-Fantasie ist das kein Problem. Und ganz offenbar haben die Forscher noch nicht genug. Schnell werden alle Wege in und um die Burg-Reste erkundet. Ganz klar: Ritter muss man sein!

Natur-Rutschbahn

Zum Glück finden wir auch für den Rückweg noch eine spannende Variante. Wahrscheinlich ist das hier eigentlich eine halsbrecherische Downhill-Route für Mountainbiker. Aber als Rutschbahn für Abenteuerer-Kinder taugt es genauso gut. So wird der Weg zurück ins Tal ein lustiger Spaß. Auf die Rutschpartie folgt ein beschaulicher Gratrücken, über den Eltern wie Kinder ausgelassen bis zu den Fahrrädern zurückspringen.

Himbeeren am Wegesrand: perfekte Belohnung!

Das heißt, nicht ganz. Das Springen wird abrupt unterbrochen, als ganz dringend die vielen Himbeeren vom Wegesrand in fünf hungrige Münder verteilt werden müssen. Und schön reif sind Sie, diese Himbeeren. Da hat die ganze Hitze der vergangenen Wochen doch auch was Nettes für uns getan. So kommen wir vergnügt und voller schöner Eindrücke zurück zum Holzfällercamp und den Fahrrädern, die uns geschwind nach Hause fahren.

Kategorien: Wandern

2 Kommentare

Alexander Graf · 4. August 2019 um 22:37

Richtig coole Seite und Berichte! Welche Schlucht war das denn die irgendwie anders war? Grüße aus St. Peter

    Tobias · 12. August 2019 um 13:16

    Die Schlucht ist prinzipiell nichts besonderes, nur ein felsiger Bach auf der Halbinsel Höri, den wir mal auf der Landkarte gefunden haben und erkunden wollten (Näheres bei Interesse gerne auch persönlich). Gerade das Erkunden und die Überraschung, was da wirklich ist, macht für uns den Spaß aus.

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