Aktualisiert am 27. Mai 2026 von Tobias

Wer uns auf outdoorfamilie.de schon länger begleitet, weiß: Dunkelheit, Matsch und enge Gänge sind für unsere Kinder eigentlich nichts Neues. Wir waren mit ihnen im Laufe der Zeit schon in zahlreichen unerschlossenen, „wilden“ Höhlen unterwegs. Da wurde gekraxelt, gerutscht und sich ordentlich schmutzig gemacht. So ist es nur logisch, dass sie seit einer Weile nun auch beim richtigen Höhlen-Forschen dabei sind.
Echte Höhlenforschung, das bedeutet allerdings zunächst einmal richtige Arbeit: Bevor man riesige Hallen oder gigantische Tropfsteine bewundern darf, muss erst einmal ein Weg dorthin gefunden und freigelegt werden. Oft wird also hauptsächlich Eimer für Eimer mit schwerem, nassem Lehm und Gestein aus der Tiefe ans Tageslicht befördert.
Kinder sind die besseren Höhlen-Forscher

Schnell haben wir Eltern bei diesen Einsätzen gemerkt, dass uns die Kinder da unten etwas ganz Entscheidendes voraus haben. Wo wir Großen ständig irgendwo anstoßen, oder schlichtweg gnadenlos stecken bleiben, schlüpfen sie einfach geschickt wie kleine Fische hindurch. Auf unserer aktuellen Grabungsstelle gibt es enge, verwinkelte Abschnitte, die im Laufe der Zeit so klangvolle Namen wie „Kinderzimmer“, „Auenland“ oder „Schlangenmäander“ bekommen haben. Und genau hier sind die Kleinen absolut in ihrem Element. Und wer kann sich denken, was wohl die „Erwachsenenstelle“ sein mag? (kleiner Hinweis: die Erwachsenen brauchten an dieser Stelle viel Bohrhammer-Energie, um die Kinder wieder einzuholen).

Weil der Lehm-Transport durch diese verwinkelten Gänge für alle ziemlich mühsam ist, ist immer wieder Kreativität gefragt. Zum Glück haben wir in unserem Verein clevere Köpfe: so hat ein Kollege kurzerhand die „SchlaTraGieKa“ (Schlangenmäander-Transport-Gießkanne) erfunden. Das ist eine erheblich umgebaute Gießkanne mit einem Zug-Seil. So wird aus der harten Arbeit auf die eine oder andere Weise oft schon wieder Spiel. Und überraschender Weise lieben es die Kinder am meisten, wenn sie Teil in einem großen Team dort unten sind. Neulich waren wir mit so einem richtig großen Team mit vielen Kindern und Jugendlichen in einer Höhle zum Arbeitseinsatz und haben mit Eimerkette, Seilbahn und richtiger kleiner Lokomotive gearbeitet. Ein lange erinnertes Abenteuer-Erlebnis!
Neuland-Mission und ein verlorener Gummistiefel

Richtig spannend wird es immer dann, wenn sich ein Spalt öffnet, den noch nie zuvor ein Mensch betreten hat – sogenanntes „Neuland“. Kürzlich hatten wir uns mal wieder an einer Stelle so weit vorgearbeitet, dass es weiterging, der Durchschlupf für uns Erwachsene aber beim besten Willen noch zu eng war. Also schlug die Stunde für unseren mittleren Sohn: Ausgerüstet mit dickem Neoprenanzug und einer Kamera kroch er entschlossen vorwärts, um die allerersten Einblicke in den neuen Höhlengang zu filmen.

Er zwängte sich durch den Fels, landete (gut gesichert!) in einem eiskalten, unterirdischen Wasserlauf und nahm in den Fluten nebenbei ein kleines „Schaumbad“. Die Ausbeute war sogar großartiger als vermutet: Er fand nicht nur heraus, wie der Gang weitergeht, sondern machte tief im Wasser stehend auch noch eine sehr praktische Entdeckung – er merkte plötzlich, dass er genau auf dem Gummistiefel stand, den sein Papa dort unten Wochen zuvor im tiefen Schlamm verloren hatte!
Auch unsere große Tochter hat längst ihr eigenes Projekt gestartet. Mit viel Ausdauer gräbt sie sich durch ihren eigenen Spalt, untersucht, woher das Wasser einmal kam, und schiebt unzählige Eimer und Sandsäcke durch die Höhle. Mittlerweile hat sich somit bei uns unter Tage schon ein richtig eingespielter, jugendlicher „Bohrkopf“ gebildet, der flink durch die engen Röhren saust.

Was uns dabei alle – egal ob acht oder ein Vielfaches an Jahren alt – antreibt, ist das nächste Geheimnis. Neulich hörten wir an der vordersten Grabungsstelle ein tiefes, beeindruckendes Wummern aus dem Fels. Irgendwo da unten muss richtig viel Wasser fließen. Wenn man das hört, will man doch einfach wissen, woher es kommt!
Wir suchen Verstärkung: Habt ihr auch Lust auf echte Abenteuer?
Genau solche Momente zeigen uns, wie viel echtes Teamwork in der Höhlenforschung steckt. Man braucht Leute, die den Weg freimachen, und kleine wie große Entdecker, die vorangehen. Wir bei den Freunden der Aachhöhle e. V. suchen immer nach neugierigen Naturfreunden, die unsere Leidenschaft teilen. Wir freuen uns riesig über neue Gesichter – egal ob motivierte Nachwuchsforscher oder erwachsene Mitstreiter, die uns beim Eimerschleppen, Graben oder Planen unterstützen möchten.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, nicht nur auf präparierten Wegen zu wandern, sondern selbst einmal Forscherluft zu schnuppern, dann besucht uns doch gerne auf unserer Homepage unter www.aachhoehle.de. Für die Kinder (und junggebliebenen Entdecker) gibt es dort auch gleich einen richtigen Action-Eignungs-Test – einfach mal ausprobieren! Und wer weiß, vielleicht stehen wir ja schon bald gemeinsam mit Helm (können wir ausleihen) und Gummistiefeln im Matsch. Wir würden uns freuen!
Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Nicht jede Höhle ist harmlos zu begehen. In vielen unerschlossenen Höhlen lauern gefährliche Abgründe, schwierige Engstellen oder schnell steigendes Wasser. Wer sich nicht fundiert auskennt, sollte sich zur eigenen Sicherheit auf jeden Fall an die vielen verschiedenen, wunderschönen Schauhöhlen halten.



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